FAQs

Häufig gestellte Fragen & Antworten

Finden Sie Informationen aus dem Bereich Fahrzeug-Rückhaltesysteme aus Ortbeton

Allgemeine Informationen zu BSWO

BSWO sind gegenüber den Schutzeinrichtungen aus Beton-Fertigteilen (BSWF) i.d.R. preisgünstiger in der Herstellung und Installation. Alle zu verbauenden Materialien werden nur einmalig und direkt zur Einbaustelle transportiert.

Bei der Installation vor Ort ist Ortbeton wesentlich flexibler mit Blick auf die erforderlichen Toleranzen der Unterlage oder auch von Einbaupositionen jeglicher Systemelemente sowie auch Anbindungen an andere Systeme; es sind keine Sonderelemente erforderlich, welche von Hause aus eine Abweichung der geprüften Schutzeinrichtung darstellen. Anpassungen in der Ausführung vor Ort sind bis kurz vor der Ausführung möglich.

Der vermeintliche Vorteil von Betonfertigteilen mit Blick auf eine einfache Demontierbarkeit stimmt in der Praxis oftmals auch nicht. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Elementen sind bei einer Demontage des öfteren nicht leicht oder sogar kaum lösbar.
Mit Blick auf die Leitungseigenschaften kann man bei Ortbeton davon ausgehen, dass die in den Anprallprüfungen erzielten Werte auch in der Praxis erreicht werden, da i.d.R. gebundene Unterlagen ohne Fixierung in den (nicht gebundenen) Untergrund verwendet werden. Bei Betonfertigteilen mit geringen Wirkungsbereichen werden oftmals Bodenanker / Rammdorne verwendet. Die Leistungseigenschaften der Anprallprüfung werden bei einer Verwendung in der Praxis dabei nur dann erzielt, wenn der nicht gebundene Untergrund mindestens den Eigenschaften aus der Anprallprüfung entspricht.

Je nach Aufstellort und Anforderung sind Fahrzeug-Rückhaltesysteme (FRS) in der Unterlage eingespannt oder frei aufgestellt. Betonschutzwände (BSW) im Allgemeinen werden entweder ohne jegliche mechanische oder formschlüssige Verbindung  einer Unterlage installiert (frei aufgestellt) mittels Formschluss oder mechanischen Verbindungsmitteln in der Unterlage verankert. Mechanische Verbindungsmittel werden bei BSWF verwendet und können z.B. Rammdorne sein. BSWO mit Einspanung werden für gebundene Unterlagen i.d.R. über eine Längsnut in der Unterlage (z.B. 3 cm tief, 10 cm breit) mit dem Unterbau “verzahnt”.

Betonschutzwände in Ortbetonbauweise (BSW O) werden hergestellt, indem Frischbeton auf der Baustelle mit einem Gleitschalungsfertiger (oder in Fällen von Anschlüssen an bestehende Systeme oder Systemelemente mit einer ortsfesten Systemschalung) verarbeitet sowie verdichtet wird. Die Längsbewehrungselemente werden der Gleitschalung i.d.R. von vorn zugeführt. Am hinteren Ausgang der Gleichtschalung erreicht die BSW O auch die entgültige Form des Sollprofils.

Die häufigsten Unfallereignisse auf Autobahnen sind kleinere Anprallereignisse. Hierbei ist der Reparaturaufwand für Betonschutzwände aus Ortbeton als äußerst gering einzustufen. Alle PKW-Anprallprüfungen der Linetech BSWO haben gezeigt, dass keine Beschädigungen aufgetreten sind. In der Praxis sieht man an Ortbetonschutzwänden nach einem Anprall in der Regel nur die typischen Farbmarkierungen an den Kontaktstellen. Eine Reparatur wird nur nach einer Beschädigung der Betonstruktur oder einer Verschiebung der Betonschutzwand erforderlich.
Wird eine Reparatur erforderlich, kann diese in der Regel schnell ausgeführt werden. Die Erfahrung zeigt, das abgeschlossene Reparaturverträge in der Regel nicht oder nur sehr selten ausgeführt werden müssen.

Die Leistungseigenschaften von FRS werden mittels genormter Anprallprüfungen nach EN1317 ermittelt. Die Dauerhaftigkeit von Systemen beschreibt die Mindest-Zeitspanne, in welcher diese Leistungseigenschaften gleichbleiben und sich nicht verschlechtern.
Ortbetonschutzwände haben eine Mindest-Dauerhaftigkeit von 25 Jahren. In der Praxis halten Ortbetonschutzwände – auch durch die Verwendung von korrosionsgeschützten Bewehrungselementen – in der Regel mindestens 50 Jahre.

Load More

Technische Informationen zu BSWO

LINETECH führt aktuell zwei Schutzeinrichtungen für Bauwerke in der Produktpalette. Die Ortbetonschutzwände (BSWO) sind grundsätzlich frei aufgestellt und werden mittels Schubplatten nur in der Lage gesichert. Schutzeinrichtungen auf Bauwerken werden in der Regel auf geneigten Brückenkappen installiert. Um das Risiko eines Langzeit-Kriechens durch Vibrationen der Brückenkappe zu vermeiden, werden die Betonschutzwände auf den Kappen fixiert. Die Verbindung mit der Unterlage erfolgt mittels Verbundankern. Die Schubplatten nehmen hierbei auch die jeweils untere Bewehrungslage mit auf.

Schubplatte zur Verankerung einer BSWO im Boden von Linetech

Load More

Qualität, Prüfung und Sicherheit von BSWO

Betonschutzwände haben im Vergleich zu andernen Schutzeinrichtungen i.d.R. ein hohes Maß an Restsicherheit.

Ortbetonschutzwände haben den Vorteil, dass es bei den Längsbewehrungselementen keine Verbindungsstellen gibt. Hierdurch werden die vielen Koppel- bzw. Verbindungsstellen, welche bei allen anderen Systemen zum Einsatz kommen und von Hause aus immer eine Schwachstelle darstellen, vermieden. Hierdurch werden von Hause aus sehr hohe Restsicherheiten erreicht.

Linetech hat für das Produkt LT 104 BW für die TB81 (38t Sattelzug-LKW) Anprallprüfung eine rechnerische Restsicherheit im Bereich von 3,5 ermittelt.

In der Regel reicht eine jährliche Sichtkontrolle auf Schäden. Die Schutzeinrichtungen werden in Deutschland i.d.R. öfter von den zuständigen Verkehrsbehörden befahren und auf Schäden untersucht.

Alle Fahrzeug-Rückhaltesysteme in Europa müssen gemäß den Anforderungen der europäischen Norm EN 1317 geprüft werden. Hierzu gibt es akkreditierte Prüfinstitute. Die nationalen Behörden können zusätzliche Vorschriften für eine generelle Legitimierung bzw. für den Einsatz erlassen.

In Abhängigkeit von der jeweiligen Anprallprüfung müssen alle Anforderungen aus der EN1317 eingehalten werden. So gibt es z.B. für jede Aufhaltestufe für die jeweils geforderten Fahrzeugklassen festgelegte Gewichte, Schwerpunkte, Geschwindigkeiten und Anprallwinkel. Hierbei müssen die jeweiligen Toleranzfenster unbedingt eingehalten werden; ansonsten gilt die Anprallprüfung als nicht bestanden. Der Prüfbericht muss von einem akkreditierten Unternehmen erstellt werden und er muss alle in der EN 1317 geforderten Parameter enthalten. Zusätzlich zum Prüfbericht müssen Fotos und Hochgeschwindigkeits-Videos erstellt werden.

Die Herstellung von Fahrzeug-Rückhaltesystemen (FRS) in Ortbetonbauweise erfolgt basierend auf einer Reihe von Regelwerken. Diese stellen sicher, dass die Systeme gemäß den Vorgaben der Hersteller, der Genehmigungsbehörde sowie den allgemeinen Regeln der Technik entsprechen.

Die führenden Unterlagen für die Herstellung von FRS aus Ortbeton sind:

  • Einbauanleitung des Herstellers
  • In Situ Production Control (IPC) Handbuch des Herstellungsbetriebes
  • Vergleichsverfahren Betonschutzwand in Ortbetonbauweise (VGVF BSW O) 2013
  • Zusätzliche technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Fahrzeug-Rückhaltesysteme (ZTV-FRS)
  • Regelwerke zur Sicherstellung der Betonqualität; im Wesentlichen die EN 206 und für Deutschland die nationalen Anhänge DIN 1045-2 bzw. -3.

Der Betoneinbau vor Ort wird neben der geforderten Eigenüberwachung durch ein zertifiziertes Betonlabor zusätzlich durch eine Fremdüberwachung durch einen akkreditierten Betrieb überprüft (ÜK 2 = Überwachungsklasse 2).

Alle Herstellungsbetriebe für Ortbetonschutzwände müssen sich gemäß den Vorgaben aus dem VGVF BSW O jährlich einem sogenannten IPC Audit unterziehen, in welchem der gesamte Qualitätsprozess überprüft wird.

Load More

Load More