Leistungskennwerte

Grundlagen und Systemarten - Einteilung und Klassifizierung - Leistungskennwerte - Regelwerke

Wissenswertes über Fahrzeug-Rückhaltesysteme aus Ortbeton

Leistungskennwerte von Fahrzeug-Rückhaltesystemen

Bei Anprall­prüfungen werden festgelegte Werte vor und/oder während und/oder nach dem Fahrzeug­anprall gemessen bzw. erfasst. Wesentliche Kenn­werte dabei sind:

ASI (Acceleration severity index) – Anprallheftigkeit

W (Working width) – Wirkungsbereich

VI (Vehicle intrusion) – Fahrzeug Eindringung

Weiterhin werden auch die dynamische (während des Anpralls) und permanente (nach dem Anprall) Durchbiegung (seitliche Verschiebung des FRS) ermittelt.

Bei PKW-Anprallversuchen wird immer die Anprall­heftigkeit bestimmt. Diese wird mittels eines ASI-Rechenwerts sowie eines THIV-Rechenwerts bestimmt. Die Algorithmen für die Rechen­verfahren sind in der EN1317 festgelegt.

Der ASI-Wert wird aus den Mess­werten der Beschleunigungen aus den drei Raumachsen (x, y, z) ermittelt. Die Messwerte werden hierbei gefiltert und gehen je nach Achse mit unterschiedlicher Wertigkeit in die Berechnung ein.

Der ASI-Wert unterteilt die Anprall­heftigkeit in die Stufen
A (<= 1,0)
B (1,1 … <=1,4)
C (1,5 … <= 1,9).

Der THIV (Theoretical head impact velocity) wird als Geschwindigkeits­wert angegeben und bezieht neben den Beschleunigungs­werten zusätzlich noch die Winkel­beschleu­nigung des Fahrzeugs im Anprall mit ein in den Rechengang. Der THIV darf für SE und ÜK maximal 33 km/h betragen.

Grundlagen zur Anprallheftigkeit

Findet bei PKW-Anprallen eine seitliche Bewegung des FRS statt, wird auch hier Durch­biegung und Wirkungs­bereich ermittelt (siehe Erläuterung Schwerfahrzeug Anprall).



Bei Schwerfahrzeug-Anprallen ist die Anprall­heftigkeit nicht im Umfang der zu ermittelnden Leistungs­kenn­werte enthalten. Bei den betroffenen Fahrzeugen (LKW und Bus bzw. TB41 aufwärts) liegt der Fokus der Leistungs­kenn­werte auf den Parametern Durchbiegung, Wirkungs­bereich und Fahrzeug-Eindringung.

  • Der Wirkungsbereich wird bestimmt, indem der Abstand von der fahrbahn­seitigen Vorderkante des FRS bis zum weitesten Punkt während eines Anpralles gemessen wird.
  • Bei der Durchbiegung wird unterschieden zwischen dynamischer Durchbiegung und permanenter Durchbiegung.
  • Die Fahrzeug-Eindringung beschreibt den Überhang eines anprallenden Fahrzeuges über das FRS während des Anpralles.

Alle hierbei gemessenen Werte werden vor der Klassifizierung normalisiert (Berücksichtigung der Abweichungen von Anprall­geschwindigkeit und Anprallwinkel). Hierbei werden Geschwindigkeits- und Winkelabweichungen gegenüber den Vorgabewerten (Geschwindigkeit: 0%...+7% bzw. 5%; Winkel: 0° bzw. -1,0°…+1,5°) berücksichtigt. Die Ergebnisse dienen dann als Basis für die Zuordnung in die jeweiligen Klassen. Die Zusammenhänge und die Einstufung können der nachfolgenden Darstellung entnommen werden.

Wirkungsbereich und Fahrzeugeindringtiefe im Bereich Fahrzeugrückhaltesysteme